Biogasanlagen Versicherung Glossar Begriffserklärungen

Begriffserklärungen zu Biogasanlagen und Versicherung

Begriff Erklärung
Biogasanlage Anlage, in der organische Stoffe unter anaerobem Zustand (d.h. unter Abwesenheit von Sauerstoff) mit gleichbleibender Temperatur vergoren werden. Das dabei entstehende Biogas (50-80% Methan und 30-50% Kohlendioxid) wird dem Motor als Brennstoff zugeführt. Dieser treibt wiederum einen Generator zur Stromerzeugung an zwecks Einspeisung ins öffentliche Netz oder zur Eigennutzung.
BHKW Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme
Einspeisevergütung Die Vergütungssätze für Biogasanlagen sind im EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) festgelegt. Für Neuanlagen ab dem 01.01.2004 gilt: Grundvergütung 11,5 ct / kWh bis 150 kW elektrische Leistung bzw. 9,9 ct / kWh bis 500 kW elektrische Leistung. Zusatzvergütung 6 ct / kWh für die Vergärung von nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo).
EEG Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt die Abnahme und Vergütung von ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenen Strom durch die Netzbetreiber.
Fermenter Gärbehälter, in dem der mikrobiologische Substratabbau erfolgt.
Gasaufbereitung Einrichtung zur Reinigung und Entwässerung von Biogas.
Gasspeicher Gasdichter Behälter zur Zwischenspeicherung von Biogas.
Kofermente Organische Stoffe, die keine tierischen Exkremente enthalten (z.B. Gemüseabfälle, Apfeltrester, Kartoffelschlempe, Melasse, Biertreber).
NaWaRo Sammelbegriff für land- und forstwirtschaftlich erzeugte Rohstoffe (keine Futter- und Lebensmittel), z.B. Holz, Flachs, Raps, Zuckerstoffe und Stärke aus Rüben, Kartoffeln, Mais oder Gras.
Substrat Organische Stoffe zur Vergärung (z.B. Gülle, Mist, Speisereste).
Mesophil Die in Frage kommenden Bakterienstämme, die die Biomasse abbauen, arbeiten am besten in einem Temperaturbereich von 37 °C.
Thermophil Die in Frage kommenden Bakterienstämme, die die Biomasse abbauen, arbeiten am besten in einem Temperaturbereich von 55°C.
Batch-Verfahren Der Behälter wird auf einmal gefüllt. Die Füllung bleibt bis zum Ende der Verweilzeit im Behälter und wird auf einmal entleert. Mindestens 2 oder mehr Behälter erforderlich.
Durchflussprinzip Es wird kontinuierlich Biomasse zu- und abgeführt. Das Substrat wandert langsam von der Eintrags- zur Austragsseite. Vorteilhaft ist hierbei die gleichmäßige Gasproduktion.
Ko-Fermentation Mitvergärung von nachwachsenden Rohstoffen. Die meisten Co-Fermente liefern höhere Gaserträge als Gülle. Die Anlagentechnik muss den Ko-Fermentaten angepasst sein. Bei Stoffen, die zur Bildung von Sink- oder Schwimmschichten neigen, muss eine ge-eignete Rührwerkstechnik zum Einsatz kommen.
Durchmischungs-verfahren Um einen guten und gleichmäßigen Gasertrag zu gewährleisten ist es notwendig, das Gärsubstrat im Fermenter zu durchmischen. Dazu bedient man sich eines Rührwerks.
Propeller-Tauchrührwerk Einsatz in sogenannten Rührkesselfermentern (stehende Beton- oder Stahlfermenter). Sie arbeiten mit relativ hoher elektrischer Leistung und sind an einer Achse höhenverstellbar. Ihr Einsatz erzeugt hohe Strömungsgeschwindigkeiten, die zur weiteren Zerkleinerung des Inputmaterials hilfreich sind, aber auch zu starken Scherkräften führen, die die Methanbakterien beeinträchtigen.
Haspelrührwerk Einsatz in liegenden Stahlfermentern. Sie arbeiten langsam (4 U/Min) und haben dadurch eine geringe Leistungsaufnahme und verur-sachen keine hohen Scherkräfte. Kann bei der Bildung von Schwimmschichten vorbeugen und wirken beim Austrag von Sink-schichten mit.
Prozessteuerung Die Prozessteuerung ist eine Kernkomponente der Biogasanlage. Sie sollte zentral alle Pumpen und Rührwerke betätigen können, Prozessdaten wie Gasmengen und Gasqualität erfassen, Temperaturen über-wachen und alle Inputstoffe erfassen, sämtliche Daten visualisieren und dokumentieren und über eine Fernabfrage zugänglich sein.
Zündstrahlmotor Basiert auf dem Prinzip des Dieselmotors, bei dem nicht zündfähiges Gas der Verbrennungsluft über eine Regelstrecke beigemischt wird. Durch das Einspritzen einer geringen Menge Zündöl wird die Zündung herbeigeführt. Nach EEG dürfen Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.01.2007 nur mit Zündöl biogener Herkunft betrieben werden.
Gas-Ottomotor Das Gas-Luft-Gemisch wird in einem Gasmischer vor dem Zylinder hergestellt und dann im Brennraum durch eine Zündkerze gezündet. Sein wesentliches Merkmal ist, dass die Lastregelung über eine Drosselklappe erfolgt.
kWel Abkürzung für Kilowatt elektrisch. In kWel wird die elektrische Leistung z. B. eines Blockheizkraftwerks (BHKW) angegeben